Hubertus Heil sprach zur Integration
05. Juni 2011
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Vor einem überwiegend jungen Publikum referierte der stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion und gleichzeitige Vorsitzende des SPD-Bezirks Braunschweig, Hubertus Heil auf Einladung der örtlichen Jusos in der Lindenhalle zu dem Thema Integration.
Dabei begrüßte der bekannte Bundespolitiker auch einen seiner Nachfolger als Juso-Bezirksvorsitzenden, Stefan Hillger.
In seinem locker und frei gehaltenen Vortrag erteilte Heil zum Beginn sowohl den übertriebenen Eingliederungsforderungen der Grünen-Politikerin Claudia Roth wie auch den ausländerfeindlichen Thesen von Bestseller-Autor Thilo Sarrazin eine Absage: „Im Gegensatz zu anderen habe ich das Buch gelesen. Sarrazin hat mit seinen Äußerungen einen empfindlichen Nerv vieler Bürger getroffen. Trotzdem kann ich seine Ansichten nicht teilen. Mir ist es auch nicht begreiflich, dass führende Sozialdemokraten sich nicht mit ihm rhetorisch in direkten Duellen auseinandergesetzt haben.“ Seine Einschätzung: „Man hätte nicht versuchen sollen, Sarrazin aus der SPD auszuschließen. Das muss unsere Partei aushalten“, wurde mit Applaus bedacht. Gleichzeitig betonte Heil in diesem Zusammenhang: „Rechtspopulistische Thesen lösen unsere Probleme nicht. Sie schüren nur Ängste.“
Nach Ansicht des früheren SPD-Generalsekretärs gebe das Grundgesetz klare Regeln vor. Danach müssten sich alle halten. „Wer integriert werden will, dem müsse die Möglichkeit dazu gegeben werden, aber er muss auch dazu bereit sein“, betonte Heil und ergänzte dazu: „Es müssen insbesondere auf kommunaler Ebene Projekte geschaffen werden, die Integrationen erleichtern. Die Kommunalpolitik wird künftig immer wichtiger sein. Deshalb ist die Sozialarbeit ebenso wichtig wie Wohnungsbauprojekte.“
Weiter forderte der Referent, gleiche Bildungschancen zu organisieren, die es derzeit noch nicht gebe. Dies fördere die bessere Eingliederung in die Gesellschaft. „Dies kann und muss gelingen.“
Eine klare Absage erteilte Heil der Bildung von Parallelgesellschaften: „Sie ist weder für elitäre Kreise noch im sozialschwachen Milieu wünschenswert.“
Auch Religionsfreiheit habe laut Heil Grenzen, insbesondere wenn sie fundamentalistisch ausgeprägt sei. Diese Materie wurde auch in der späteren Fragestunde besonders ausgiebig diskutiert.
Der Wolfenbütteler Juso-Sprecher Lucas Zopp dankte dem Peiner Bundestagsabgeordneten für dessen engagierten Vortrag.

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