Selbstverständnis
Jusos? Wer SEID ihr???
„Wir JungsozialistINNEN treten für ein solidarisches Miteinander ein und teilen den Grundsatz, dass die Starken die Schwachen unterstützen müssen. Der Staat hat dabei eine Schlüsselrolle, denn er schafft die Rahmenbedingungen für unsere Gesellschaft. Der Staat muss dafür sorgen, dass JedeR menschenwürdig leben kann.“
Und was WOLLT ihr Jusos sonst noch?
Guckt Euch doch mal den Film an! GEMEINSAM MEHR!!!
Schön und gut... Aber was MACHT ihr?
WIR...
... laden uns ReferentINNEN zu spannenden Themen ein!
... besuchen den Landtag!
... zeigen Gesicht bei Aktionen zu aktuellen Themen!
... unternehmen spaßige Ausflüge!
... bilden uns bei interessanten Seminaren weiter!
... machen Kneipentouren, ob nun im Wahlkampf oder zum sammeln von Unterschriften.
... nehmen an Demos teil!
... und unsere Königsdisziplin... Wahlkampf! Ob nun Tagsüber...
... oder Nachts!
Und WAS SIND die Jusos jetzt genau?
Wer wir sind... Was wir wollen...
Wir Jusos (JungsozialistINNEN) sind die Jugendorganisation der SPD. Damit haben wir auch zu Oppositionszeiten eine besondere Verantwortung. Für viele sind wir AnsprechpartnerInnen, wenn es darum geht, die Anliegen der jungen Generation an die SPD heranzutragen. Dieser Verantwortung tragen wir Rechnung.
Wir Jusos sind mehr als eine bloße Nachwuchsorganisation unserer Partei. Wir entwickeln Zukunftsentwürfe und diskutieren offen mit unserer eigenen Generation darüber, wie wir in Zukunft arbeiten und leben wollen.
Wir glauben nicht an die Allmacht der Parlamente und Regierungen. Wichtig sind der gesellschaftliche Druck und das gesellschaftliche Engagement in den Schulen, Hochschulen, den Betrieben und auf der Straße. Demokratie muss lebendig sein. Deshalb engagieren wir uns bei den Jusos.
Unsere Vorstellung von einem selbstbestimmten und freien Leben orientiert sich an der Möglichkeit für Menschen, ihre Ansprüche realisieren zu können. Wichtige Meilensteine für uns sind hierbei Selbstverwirklichung, Kreativität, Zusammenhalt und Solidarität. Wir wollen nicht, dass Menschen danach beurteilt werden, wie und ob sie im Interesse der Ökonomie funktionieren bzw. ob sie in einer profitorientierten Welt nützlich sind.
Wir wissen aber auch, dass unsere Gesellschaft sich verändert hat und dass wir neue Antworten und Ideen brauchen. Wir stellen uns deshalb ganz bewusst in die Geschichte des demokratischen Sozialismus. Dieser war immer Vorreiter, wenn es darum ging, die Ansprüche von Menschen an Solidarität und Freiheit, an Gerechtigkeit und Innovation zu thematisieren und sich in die gesellschaftliche Auseinandersetzung einzuschalten.
Es gilt, unser Jahrhundert neu zu gestalten. Hierzu wollen wir als Jusos einen Beitrag leisten. Wir würden uns freuen, wenn ihr dies mit uns gemeinsam angehen wollt.
Was bedeutet eigentlich...
Demokratischer Sozialismus
Das Ziel jungsozialistischer Politik ist der demokratische Sozialismus. Im Kapitalismus kann es ein Leben in Freiheit und Gleichheit nicht geben, da der Kapitalismus immer wieder soziale Ungleichheit produziert. Es ist ein System, das auf Konkurrenz angelegt ist. Konkurrenz kennt nur Gewinner oder Verlierer.
Stattdessen wollen wir ein Leben in Selbstbestimmung für alle. Für sozialen und ökonomischen Fortschritt ist die persönliche Entfaltung eines jeden Menschen Voraussetzung. Wir wollen die Freiheit von Zwang, Ausbeutung und Unterdrückung. Dies ist nur in einer solidarischen Gesellschaft denkbar, die weltweit für Frieden und Solidarität eintritt und die den nationalen Tellerrand überwindet. Unsere Vision einer besseren Gesellschaft ist der demokratische Sozialismus. Als Teil der gesellschaftlichen Linken kämpfen wir dafür in und außerhalb der SPD.
Der demokratische Sozialismus ist eine Vision, die unser tägliches politisches Handeln bestimmt. Wir können aus den heutigen Verhältnissen nicht im Detail beschreiben, wie eine Gesellschaftsordnung jenseits des Kapitalismus auszusehen hat. Die herrschenden Verhältnisse formen nicht nur die Bedingungen, unter denen wir leben, sondern auch Vorstellungswelten. Im Übrigen wäre es auch politisch nicht wünschenswert, eine Vision bis ins Kleinste zu definieren. Die Geschichte zeigt, dass immer dort, wo selbsternannte Arbeiterführer, eine linke Elite oder eine vermeintlich progressive Avantgarde der Meinung waren, der “Masse” ihre Ideen aufzwingen zu wollen, es im Desaster geendet hat.
Als Jusos sehen wir es als unsere Aufgabe, Kritik am bestehenden System zu formulieren. Die Diskussion darüber, wie eine andere Gesellschaft aussehen kann, sehen wir als Teil unseres politischen Kampfes. Es geht um eine demokratische Verständigung darüber, wie gesellschaftliches Zusammenleben anders organisiert werden kann, wie auch die Wirtschaft demokratischer Kontrolle unterworfen werden kann und wie alle in dieser Gesellschaft frei und gleich leben können.
Gleichzeitig wollen wir zeigen, dass Solidarität möglich ist. Wir wissen, dass der Kapitalismus gegenwärtig ein freies und selbstbestimmtes Leben für alle nicht möglich macht. Konkurrenz von Menschen und Staaten, eine zunehmende soziale Polarisierung, das Patriarchat, Diskriminierung, Rechtsextremismus: viele gesellschaftliche Realitäten, gegen die es jeden Tag wieder lohnt aufzustehen und dafür zu kämpfen, dass es irgendwann anders wird.
Politik ist nie alternativlos. Viele Alternativen kennen wir, andere wollen wir noch entwickeln, um unserer Vision, dem demokratischen Sozialismus, näher zu kommen. Hätte die Menschheit immer nur im begrenzten Rahmen ihrer jeweiligen Zeiten gedacht, wäre Fortschritt nie möglich gewesen. Lasst uns deshalb gemeinsam Visionen entwickeln, die über die vermeintlichen Grenzen unserer Zeit hinausweisen.
von Franziska Drohsel
Juso-Bundesvorsitzende zwischen 2007 und 2010




















